Montag, 7. Juli 2014

Back in the City

Nach 3 Wochen arbeiten auf dem Lande steht dann nun mal wieder „big city life" an, die nächsten sechs  Wochen – jetzt nur noch fünf – verbringen wir in Toronto, Ontario. Yeah! Via AirBnB haben wir uns ein kleines Appartement gemietet und glücklicherweise auch schon vor einiger Zeit bezahlt, was das Budget nun subjektiv entlastet. Unsere schnucklige Wohnung befindet sich im Souterrain eines ebenso schnuckligen Stadthäuschens in einer sehr hübschen kleinen Avenue und ist zwar tagsüber etwas düster mangels Tageslicht (muss irgendwie mit dem Souterrain zusammenhängen) und entsprach leider (wie ganz Kanada) auch nicht so ganz unserem teutonischen Sauberkeitsstandard bei unserem Einzug (mittlerweile natürlich eigenhändig nachgeholt), stellt aber zu unserem kleinen Zimmerchen in Winchester ein famoses Upgrade dar!

Der größte Trumpf ist jedoch eindeutig die Lage, welche wir uns (unbewusst) optimal rausgepickt haben. Wir wohnen am Rand von Little Italy/Little Portugal in einer, wie oben schon beschrieben, idyllischen kleinen Wohnavenue (GoogleMaps-Fanatiker: Euclid Avenue), müssen aber nur 50 Meter laufen und befinden uns mitten im Leben auf der wuseligen College Street, so ein bisschen vergleichbar mit der Berger Straße, nur wesentlich größer. Schon am Ankunftstag geraten wir auf der nächsten Straßenkreuzung in eine spontane kolumbianische Straßenparty, die Cafeteros (okay, habe ich ergoogelt) feiern da gerade ihren Achtelfinalsieg. Auch wenn man es als Frankfurter schon gewohnt ist, setzt Toronto in Hinsicht Multiethnik nochmal ganz neue Maßstäbe. Trotzdem erleben wir es auch hier so wie in den anderen kanadischen Großstädten, dass wir uns rundum wohl, willkommen und sicher fühlen. Was die Höhe der Häuser, die Anzahl der Autobahnspuren und generell die Ausmaße angeht, ist Toronto aber eine andere Kragenweite als Quebec, Montreal und Ottawa.

Da wir jedoch so zentral und schön wohnen, und ja ohnehin einfach total die knallharten Typen sind, setzen wir auch hier (bislang!) den Trend fort, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu verzichten und alles abzulatschen. Ist einfach auch für die Kalorienbilanz so super, schließlich setzen wir große Hoffnungen in das Gerücht, als Workandtraveller würde man so toll abnehmen…

So nehmen wir uns in den ersten Tagen vor, immer mal wieder neue Straßenzüge unserer, sowie der benachbarten, „Hoods“ zu erkunden und haben uns auch schon mehrfach Richtung Downtown/Waterfront aufgemacht, allein schon für die bisherigen beiden Deutschlandspiele. Von denen (und den noch folgenden) wird dann aber nochmal gesondert berichtet. Die Füße qualmen also weiter, obwohl wir auf die ganz großen touristischen Highlights hier (CN-Tower, Eaton Centre,…) noch verzichtet haben, denn „time“, ist ja schließlich „on our side“ (herrlich, eines der Hauptmotive des Jahres so überragend hier reingebracht!).

Die erste Woche ging aber auch auf diese Weise superschnell rum, ein Ausflug zu den Toronto-Outlets war auch schon drin (Stichwort „Revier markieren“), wo sich Frau T. glücklicherweise bereits für die  erste der beiden amerikanischen Hochzeiten, auf die wir im Laufe des Jahres eingeladen sind, eindecken konnte, um dem herausfordernden Dresscode „Creative Cocktail“ (verrückte Yankees…) zu entsprechen.

Am vergangenen Samstag waren wir dann hier noch auf einer kleinen Familienfeier eingeladen (Mr. T. hat im Großraum Toronto coolerweise weitläufige familiäre Bande) und es war sehr schön, die Leute nach 20 Jahren (damn, how OLD am I?) wiederzusehen und ein bisschen zu socializen. Müssen jetzt allerdings sehen, wie wir aus der Einladung zur Großwildjagd wieder rauskommen…

Weitere Programmpunkte für unseren Aufenthalt hier sind ein geführter 3-Tages-Kanu- und Wandertrip in den Algonquin Provincialpark (Wölfe, Bären usw. - bitte aber nicht Frau T verraten!), die Besuche diverser, renommierter Museen und Sehenswürdigkeiten, der Toronto Zoo (ein Riesenapparillo) sowie Besuche beim Baseball (Blue Jays) und Fußball (Toronto FC), helle Vorfreude diesbezüglich. Da ich mich gerade in einer motivierten Phase befinde (kann minütlich enden!) wird es zum Thema Baseball vielleicht auch nochmal prinzipiell einen eigenen Bericht geben, auch wenn’s wohl niemand versteht und/oder interessiert.

Das soll es für dieses Mal wieder gewesen sein, Fortsetzung folgt selbstverständlich.

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