Mittwoch, 11. März 2015

Essen ist fertig!

Ja, auch wir essen ab und zu mal. Und zwar ganz schön gerne. So manches mal wurden wir nun schon zum "kanadischen" Essen befragt. Was gibt's denn da, wie schmeckt es, ist alles sehr schrecklich ungesund, freut ihr euch schon auf deutsches Essen? Klar freuen wir uns auf "deutsches" Essen. Darunter verstehen wir überwiegend knuspriges Brot und Brötchen und lokale Highlights wie Handkäs, Hackepeter (im Volksmund auch Mett genannt), Kochkäs' und dergleichen. Aber hier in Kanada lässt es sich ebenso gut kulinarisch leben und die Mär vom ausschließlich und dafür reichlich vorhandenen Fast Food kann mit ein bisschen gutem Willen schnell widerlegt werden, manchmal braucht man aber auch einfach mal 'nen Burger.

Irgendwie ist es ja Mode geworden (und eigentlich auch schon wieder out), sein Essen zu fotografieren. Bei der Durchsicht unserer zig Handy- und Kamerafotos ist uns aufgefallen, dass wir uns da irgendwie von haben anstecken lassen, warum also nicht mal die Bilder teilen und unser Jahr noch einmal kulinarisch Revue passieren lassen? Schöne Landschaften und Grizzlies kann ja jeder.

DAS kanadische Nationalgericht ist, aus welchen Gründen auch immer, die Poutine.


In Bratensauce ertränkte Pommes, garniert mit ominösem Käsebruch und Fleischfetzen. Definitiv Geschmackssache, ein Versuch hat uns auf jeden Fall gereicht. Ansonsten würden wir noch alles rund um Fisch, sowie jegliche Speisen mit Bacon als typisch kanadisch einstufen. Und natürlich wildes Fleisch wie Moose. Unvergessen bleibt der Mooseburger, den wir bei Rollie am Nimpo Lake kosten durften. An Elch- und Hirschleber hat sich nur Mr. T. rangetraut, "vorzüglich!" sagt er.

Auch Ahornsirup, hier Maple Syrup genannt, zählt selbstredend zu den Lebensmitteln, die in keinem kanadischen Haushalt fehlen dürfen. Dachte sich auch Familie T., als sie Ende Juni letzten Jahres ihre erste eigene Reisebude in Toronto bezog. Frau T. stand vor dem Supermarktregal, um eine Auswahl zu treffen. War nicht so leicht. Es gibt einfach zu viel Auswahl. "Naja, dann nehmen wir halt die günstigste Flasche", dachte sich Frau T., packte den Sirup in den Wagen und freute sich auf richtig kanadische Pancakes. Beim Auspacken der Tüten dann die große Ernüchterung: Statt des schmackhaften MAPLE Syrups hatte schnöder Sirup (also nur Zuckerwasser, ohne Maple) Einzug bei uns gehalten, der, wie man sich sicher denken kann, ganz ganz uncool schmeckt!

Wenn man ein Jahr unterwegs ist, geht man natürlich nicht jeden Tag auswärts essen. Gerade, wenn wir uns länger an einem Ort aufgehalten haben (Toronto, Vancouver), haben wir nahezu ausschließlich zuhause gebrutzelt. Glücklicherweise befindet sich in unserer Reisegruppe der passionierte Hobbykoch Mr. T., so dass Frau T. meistens das aufgetischt bekommt, was sie sich wünscht. Oft brainstormen wir über irgendetwas, auf das wir ganz doll Lust haben und haben auf diese Weise auch einige neue Gerichte kreiert und dabei das Diplom in "Wie verwerte ich Reste zu einem Gaumenschmaus" absolviert. Folgende Kunstwerke oder als "interessant" befundene Mahlzeiten sind dabei herausgekommen:

Gyrossalat mit Tzatziki und Brötchen

Fish Taco

Schmeckt auch mit Fleisch und schimpft
sich dann Schnitzel Wrap

Greek-Jugo-Burger mit Tzatziki, Krautsalat und Ajvar


Ultimate Nachos

Kommen wir nun zum Thema Frühstück. Die Kanadier mögen es gerne deftig. Auch wenn wir selbstverständlich überwiegend versuchen, Vitamine zu uns zu nehmen in Form von Obstsalat mit Joghurt und Nüsschen...


...so passen wir uns natürlich auch den Gepflogenheiten der kanadischen Küche an und experimentieren ein bisschen mit Pancakes...



Kanadische Variante mit Speck und Ei -
klingt komisch, schmeckt aber verdammt gut

Eigenkreation: Snickerspancake mit
Ahornsirup, Nutella und Peanut Butter

 ...und kreieren unsere eigenen Breakfast McTischner Muffins.


Der Klassiker: Bacon, Spiegelei,
Käse und Ketchup

Der Wurstige, das ist der
Klassiker plus Wörschtereste



Mr. Ham: Klassiker plus Schinken

Der Perverse: aus der Not und Resten
heraus geborene Kreation mit
Frühstückswürstchen (ähnlich Nürnbergern),
Zwiebeln und Senf

Natürlich GEHEN wir auch ESSEN. Entweder auf Roadtrips in Ermangelung einer Küche oder aber wir essen was, was wir uns nicht selbst in der gewünschten Qualität zubereiten können, und das ist Sushi. Insbesondere durch die aktuelle Verbreitung des Sojabohnenpapiers, die geschmacksneutrale und weniger zähe Alternative zum Irgs-Bäh-Seetang, öffnen sich vor allem für Frau T. ganz neue Sushitüren und wir sind nun Fachleute für "bestes Sushi" in Toronto, Revelstoke, Vancouver und der Space Coast in Florida.


Mr. T. wird in diesem Jahr bewusst, wie sehr er Suppen und Eintöpfe liebt und führt inoffiziell Buch über die beste Seafood Chowder ever, ever, ever. Und hier sind zwei Kandidatinnen:

Rebecca's Restaurant, Chester, NS

Rope Loft, Mahone Bay, NS

Wenn wir dagegen Heimweh haben, laufen wir in Vancouver zum Granville Island Market, wo man wirklich fast alles besorgen kann, und genehmigen uns Worscht und Brot.

Ja, und auch Tomaten mit Mozzarella

Eine besondere Situation, nicht nur in Hinblick auf das Essen, war sicher unser großer Roadtrip von Ost nach West. Hier galt es, auf den Campingplätzen mit begrenztem Equipment was Feines zu zaubern. Der Speiseplan hat sich oft leicht wiederholt, aber dennoch war es (fast immer) lecker.

Eine der nicht ganz so leckeren Speisen:
Seltsame Geflügelwürstchen mit Gemüse und Knoblauchbrot



Die Kaiserin unter den Roadtripmahlzeiten:
Schweinelende, geröstete Zwiebeln und Tzatziki.
Zur Feier des Tages dazu eine Coke Zero.


Nach wenigen Tagen perfektioniertes Frühstück:
Bacon-Cheese-Sandwich


Die Prinzessin unter den Roadtripmahlzeiten:
gegrillte Wörschtscher (Beef Hot Dogs) mit Tzatziki
(mir fällt gerade auf, wie oft wir das gegessen haben)


Der Campingklassiker: Mac&Cheese, Baked Beans

Was in Kanada bzw. Nordamerika immer gut geht, ist alles, was aus dem weiten Feld der Sandwiches kommt:

Mutig, mit Ginger Beeer! La Have Bakery, La Have, NS

Soup'n'Sandwich - Rebecca's Restaurant, Chester, NS

Nochmal La Have Bakery, diesmal  mit Chai, La Have, NS

Smoked Meat - Schwartz's, Montreal, QC

Lobster Roll, irgendwo in den Neuenglandstaaten

Hot Dog - Vancouver Canucks, Vancouver, BC

Beacon Bagel, Beacon, NY

Der süße kanadische Klassiker zum Afternoon Tea ist zweifelsfrei die gute alte Cinnamon Roll, die hier komischerweise oft Cinnamon Bun genannt wird.


Als Roadtripfrühstück hat sich allerdings auch der Apple Fritter von Tim Horton's bewährt.


An dieser Stelle muss für Tim Horton's ohnehin (mal wieder) eine Lanze gebrochen werden. Auf zahllosen Roadtrip-Rasten haben uns hier für sehr kleines Geld diverse Toasted Bagels, Chili con Carnes oder eben gezeigte Apple Fritter vor dem Verhungern bewahrt. 

Für die Wintersaison haben wir uns dann auf dem kanadischen Amazon ein 1A Raclettegerät bestellt, das uns ein bisschen Heimatgefühl und 2kg Käse im Bauch beschert hat.

Weihnachten in Vancouver

Gesund? Klar, können wir natürlich auch...


...aber, wie schon eingangs erwähnt - ab und zu braucht man einfach mal 'nen gescheiten Burger!

...und Pommes mit künstlicher Käsesauce.
Best Fast Food Burger ever! Shake Shack, NY








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